Was ist Gemeinwohl-Ökonomie

"Gemeinwohl-Ökonomie" bezeichnet ein Wirtschaftssystem, das auf gemeinwohl-fördernden Werten aufgebaut ist. Sie ist ein Veränderungshebel auf wirtschaftlicher, politischer und gesellschaftlicher Ebene.

Die Gemeinwohl-Ökonomie ist

  • auf wirtschaftlicher Ebene eine lebbare, konkret umsetzbare Alternative für Unternehmen verschiedener Größen und Rechtsformen. Der Zweck des Wirtschaftens und die Bewertung von Unternehmenserfolg werden anhand gemeinwohl-orientierter Werte definiert.
  • auf politischer Ebene ein Motor für rechtliche Veränderung. Ziel des Engagements ist ein gutes Leben für alle Lebewesen und den Planeten, unterstützt durch ein gemeinwohl-orientiertes Wirtschaftssystem. Menschenwürde, Solidarität, ökologische Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung sind dabei die zentralen Werte.
  • auf gesellschaftlicher Ebene eine Initiative der Bewusstseinsbildung für Systemwandel, die auf dem gemeinsamen, wertschätzenden Tun möglichst vieler Menschen beruht. Die Bewegung gibt Hoffnung und Mut und sucht die Vernetzung mit anderen Initiativen.

Sie versteht sich als ergebnisoffener, partizipativer, lokal wachsender Prozess mit globaler Ausstrahlung - symbolisch dargestellt durch die Löwenzahn-Sämchen im Logo.

 

Gemeinwohl-Bilanz

Die Gemeinwohl-Bilanz misst Erfolg nach neuen Maßstäben: Nicht nur der Finanzgewinn ist das Ziel, sondern die Mehrung des Gemeinwohls.

Der individuelle Beitrag zum Gemeinwohl wird auf Basis der Gemeinwohl-Matrix (Definition siehe nächste Seite) definiert und bewertbar gemacht. Das ermöglicht die systematische Betrachtung aller Aktivitäten aus einer 360°-Perspektive und schärft den Blick für das Wesentliche:

  • Was für Auswirkungen haben wirtschaftliche Aktivitäten auf die allgemeine Lebensqualität, heute und morgen?
  • Wird die Menschenwürde geachtet?
  • Wird soziale Gerechtigkeit gefördert?
  • Wird ökologische Nachhaltigkeit sichergestellt?
  • Wie transparent, solidarisch und demokratisch werden unternehmerische Ziele erreicht?

 

Sotronik und Gemeinwohl

Bei der Gründung im Jahre 2000 bestand die Idee eines genossenschaftlich organisierten Ingenieurbüros. Diese kam nicht zu Stande, aber die dahinter stehende Motivation floss in die Geschäftsphilosophie ein. Die beiden Gründer sind geprägt von den Bewegungen der 80er Jahre, welche unter anderem auch nach Alternativen zu der heutigen kapitalistischen Wirtschaft suchte. So stehen die Ideen und Prinzipien der GWÖ dem Sotronik Geist sehr nahe.

Sotronik verpflichtet sich seit der Gründung für das Wohl ihrer Mitarbeiter und der Umwelt und engagiert sich  in diversen Hilfswerken und Organisationen. Dies ist auch im Leitbild verankert und wird im Alltag gelebt.

Weiter verfolgt sie eine Nullwachstum Strategie. Sie glaubt nicht an die kapitalistische Vorgabe von der Notwendigkeit von Wachstum für eine funktionierende Wirtschaft. Kurz nach der Gründung ist Sotronik auf die heutige Grösse von ungefähr 8 MA angewachsen. Die Gesellschafter der Sotronik sind Ingenieure und wollen hauptsächlich in dieser Funktion in Projekten arbeiten. Der Geschäftsleitungs-Zeitaufwand beträgt in etwa 3 Wochentage, welchen sich die GL Mitglieder untereinander aufteilen. Weil wir nicht in Wachstum investieren, bleiben uns Zeit und Mittel für Gemeinwohl Aspekte.

«Warum wir als Unternehmen die Gemeinwohlbilanz erstellen und was uns dieser Prozess bringt»


Sotronik engagiert sich für mehr Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft. Wir übernehmen unternehmerische Verantwortung für unsere Produkte, Dienstleistungen und unser Handeln. Wir wollen ein «Leuchtturm» für die Zukunftsfähigkeit (Enkeltauglichkeit) in unserer Branche sein und haben uns entschieden, die Gemeinwohlbilanz nach der neuen Matrix 5.0 zu erstellen. Wir erweitern darüber unseren Horizont, gewinnen neue Anregungen beim Bearbeiten der 20 Kriterien und entwickeln in der Peergruppe sowie bei uns im Unternehmen Massnahmen zur weiteren Verbesserung in Richtung Nachhaltigkeit, Zukunftsfähigkeit und Gemeinwohlorientierung.

Uns kommt es nicht auf die Punkte an, die wir im Bewertungsprozess bekommen, sondern auf den Prozess und die Ausstrahlung, die wir darüber erreichen können – intern und extern. Die Gemeinwohlbilanz stellt sehr hohe Ansprüche an die Nachhaltigkeit von Unternehmen, die von Branche zu Branche in der Praxis und unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit unterschiedlich gut erfüllt werden können – z.B. sind diese sehr abhängig von der Liefer- und Wertschöpfungskette sowie den Produkten und Dienstleistungen.